Ein Stück Schokolade vom Tisch, eine Weintraube, die herunterfällt, oder gut gemeinte Essensreste nach dem Abendessen — was für uns Menschen völlig unbedenklich ist, kann für unsere Hunde zur ernsthaften Gefahr werden.
Tatsächlich landen jedes Jahr tausende Hunde in deutschen Tierkliniken, weil sie etwas gefressen haben, das ihr Körper nicht verarbeiten kann. In vielen Fällen hätte eine rechtzeitige Information das verhindern können.
Deshalb haben wir diese umfassende Liste zusammengestellt: 30 Lebensmittel, die Sie niemals an Ihren Hund verfüttern sollten — sortiert nach Gefahrenstufe, mit konkreten Symptomen und Notfall-Tipps.
Die folgende Tabelle gibt Ihnen einen schnellen Überblick. Weiter unten erklären wir die zehn gefährlichsten Lebensmittel im Detail.
| Gefahrenstufe | Lebensmittel |
|---|---|
| Lebensgefährlich | Schokolade (Theobromin), Xylit (Birkenzucker), Weintrauben & Rosinen, Zwiebeln & Knoblauch, Alkohol, Koffein (Kaffee, Tee, Energy Drinks), Macadamianüsse, rohe Kartoffeln (Solanin), Obstkerne (Blausäure), Rattengift-kontaminierte Köder |
| Gefährlich | Avocado (Persin), rohe Hülsenfrüchte, Pilze (wild), Muskatnuss, Hopfen, rohes Schweinefleisch (Aujeszky-Virus), Salz in großen Mengen, Süßstoff (allgemein), Walnüsse (Schimmelgefahr), Schnittlauch |
| Mit Vorsicht | Milchprodukte (Laktose), rohes Ei (Avidin), Knochen (gekocht/splittern), Leber in großen Mengen (Vitamin-A-Überdosis), Mais (Kolben = Darmverschluss), Tomaten (unreif/grün), Paprika (grün), Rhabarber (Oxalsäure), Zimt in großen Mengen, Kokosnuss (Durchfall) |
Schokolade enthält Theobromin — einen Stoff, den Hunde nur sehr langsam abbauen können. Bereits 20 mg Theobromin pro Kilogramm Körpergewicht können Symptome auslösen. Dunkle Schokolade und Kakao sind besonders gefährlich, da sie deutlich mehr Theobromin enthalten als Milchschokolade.
Symptome: Erbrechen, Durchfall, Zittern, Herzrasen, Krämpfe. In schweren Fällen Herzversagen.
Bereits kleine Mengen Weintrauben oder Rosinen können bei manchen Hunden akutes Nierenversagen auslösen. Die genaue toxische Substanz ist wissenschaftlich noch nicht eindeutig identifiziert, aber die Gefahr ist real und gut dokumentiert.
Symptome: Erbrechen, Appetitlosigkeit, Lethargie, verminderte Urinproduktion innerhalb von 24-48 Stunden.
Alle Lauchgewächse — darunter Zwiebeln, Knoblauch, Lauch und Schnittlauch — enthalten Schwefelverbindungen, die die roten Blutkörperchen des Hundes zerstören können. Dabei ist es egal, ob roh, gekocht, getrocknet oder als Pulver.
Symptome: Blasse Schleimhäute, Schwäche, schnelle Atmung, dunkler Urin. Symptome treten oft erst nach 3-5 Tagen auf.
Xylit ist ein Zuckerersatzstoff, der in vielen zuckerfreien Kaugummis, Bonbons, Zahnpasta und Backwaren enthalten ist. Bei Hunden führt Xylit zu einer massiven Insulinausschüttung, die einen lebensgefährlichen Blutzuckerabfall verursacht.
Symptome: Erbrechen, Koordinationsverlust, Krämpfe, Leberversagen. Bereits 0,1 g pro kg Körpergewicht ist gefährlich.
Macadamianüsse sind für Hunde hochgiftig, wobei der genaue Wirkmechanismus noch nicht vollständig geklärt ist. Bereits 2 g pro kg Körpergewicht können schwere Symptome auslösen.
Symptome: Schwäche in den Hinterbeinen, Erbrechen, Zittern, Fieber. Symptome treten meist innerhalb von 12 Stunden auf.
Hunde reagieren extrem empfindlich auf Alkohol — viel empfindlicher als Menschen. Schon kleine Mengen Bier, Wein oder Spirituosen können zu einer Alkoholvergiftung führen. Vorsicht auch bei fermentierten Teigwaren und alkoholhaltigen Desserts.
Symptome: Erbrechen, Durchfall, Koordinationsprobleme, Atemnot, Koma.
Kaffee, schwarzer Tee, Cola und Energy Drinks enthalten Koffein, das bei Hunden das Nervensystem und das Herz-Kreislauf-System überstimuliert. Koffein wirkt bei Hunden ähnlich wie Theobromin in Schokolade.
Symptome: Unruhe, Herzrasen, Zittern, Krampfanfälle.
Avocados enthalten Persin — einen Stoff, der bei Hunden Erbrechen und Durchfall auslösen kann. Besonders gefährlich ist auch der große Avocadokern, der verschluckt werden und zu einem Darmverschluss führen kann.
Symptome: Erbrechen, Durchfall, bei Kernverschlucken: Würgen, Appetitlosigkeit, aufgeblähter Bauch.
Rohe Kartoffeln, insbesondere grüne Stellen und Keime, enthalten Solanin — ein natürliches Gift, das auch für Menschen in größeren Mengen schädlich ist. Beim Hund genügen geringere Mengen. Gekochte Kartoffeln sind dagegen unbedenklich.
Symptome: Erbrechen, Durchfall, Verwirrtheit, Krämpfe.
Kerne von Äpfeln, Kirschen, Pflaumen, Pfirsichen und Aprikosen enthalten Amygdalin, das im Körper zu Blausäure umgewandelt wird. Einzelne Apfelkerne sind meist unproblematisch, aber größere Mengen oder das Zerkauen von Steinobstkernen ist gefährlich.
Symptome: Atemnot, erweiterte Pupillen, Speichelfluss, Krämpfe.
Speichern Sie sich die Nummer einer tierärztlichen Notfallklinik in Ihrer Nähe im Handy ab — im Ernstfall zählt jede Minute.
Nicht alles ist verboten. Diese Lebensmittel können Sie Ihrem Hund in der Regel bedenkenlos geben:
Grundsätzlich gilt: Wenn Sie sich bei einem Lebensmittel unsicher sind, geben Sie es Ihrem Hund lieber nicht — oder fragen Sie vorher Ihren Tierarzt.